
ADFC und BUNDjugend begrüßen Tempo 30 in Garching
Wie die Stadt Garching heute bekannt gegeben hat, hat das Landratsamt München für die
Garchinger Ortsdurchfahrt im Ortskern zwischen Auweg und Hüterweg an Werktagen zwischen
7 Uhr und 20 Uhr Tempo 30 angeordnet.
Der Entscheidung vorangegangen war ein jahrelanges Ringen um eine Verkehrsberuhigung im Garchinger Ortszentrum. ADFC und BUNDjugend in Garching haben dabei unter anderem durch eine Petition mit mehr als 1000 Unterschriften, durch Fahrrad-Demos sowie Aktionstage mehrfach auf die Notwendigkeit einer Verkehrsberuhigung hingewiesen und unter anderem Tempo 30 mindestens in der Ortsdurchfahrt gefordert.
Der Garchinger Ortskern ist eine Engstelle, in der sich Rad- und Autoverkehr den beschränkten Platz teilen müssen. ADFC und BUNDjugend Garching begrüßen die Einführung von Tempo 30 im Garchinger Ortskern daher ausdrücklich. Leonard Burtscher, Sprecher der Ortsgruppe Garching: “Seitdem die Gehwege für den Radverkehr gesperrt sind, müssen auch Kinder ab 10 Jahren gemeinsam mit schnell fahrenden PKW, Bussen und Schwerlastverkehr auf der Straße fahren – ein Unding. Mit der nun angeordneten Tempo-30-Beschränkung wird die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs deutlich näher an die Geschwindigkeit der Radfahrenden gebracht, ein erster Schritt zu einer echten Verkehrsberuhigung ist endlich gemacht.”
Simone Schmidt, Sprecherin der BUNDjugend in Garching ergänzt: “Bei Tempo 30 verringert sich die Unfallgefahr stark. Die Anordnung von Tempo 30 war daher in der Garchinger Engstelle überfällig. Wir freuen uns neben der Verkehrsberuhigung auch auf eine Verringerung von Lärm und Abgasen.”
Aus Sicht von ADFC und BUNDjugend kann Tempo 30 im angegebenen Streckenabschnitt nur der erste Schritt zu einer Verkehrsberuhigung des Ortskerns sein. Viele Städte haben mittlerweile erkannt, dass im innerstädtischen Mischverkehr von Autos und Radfahrern, Tempo 20 die angemessene Geschwindigkeit ist: Ein Überholen von Radfahrern ist bei Tempo 20 so gut wie nicht mehr möglich. So können Auto- und Radfahrer die Straße gemeinsam und ohne Konflikte nutzen.
Neben dem Ortskern bleibt aber auch der Rest der Ortsdurchfahrt weiterhin problematisch. Aufgrund von fehlenden Radwegen bleibt regeltreuen Radfahrern nur die Wahl zwischen Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg oder Fahren auf der Straße – inklusiver regelmäßiger, viel zu enger Überholmanöver von Autofahrern, wie der ADFC durch eine Abstandsmessung letztes Jahr belegen konnte.